Das fremde Japan: Ainu - Kami - Shinto

Die prähistorischen Wurzeln im Weltbild der Japaner

Peter Lang Verlag, Frankfurt a.M. 2014, 128 S., ISBN 978-3-631-64849-0, Preis: 24.95 €


Die unsichtbaren Kami sind auch im modernen Japan allgegenwärtig. Die vom Shinto verehrten Geistwesen der Natur prägen bis heute das Selbstverständnis der Japaner. Ina Mahlstedt zeigt in diesem Buch, dass sich die religiösen Muster des Shinto auf das ungewöhnliche Weltbild der alten Ainu-Jäger zurückführen lassen. Nicht zuletzt anhand ihrer Schöpfungsgesänge, den Yukar, beleuchtet die Religionswissenschaftlerin die ursprüngliche Lebenswelt der prähistorischen Jäger.
Schon die Ainu erklärten sich das Phänomen des Schöpferischen mit einer parallelen Welt, in der sich unsichtbare Kamui aus innerer Kraft in allen Formen der Natur materialisieren können. Auf der Grundlage dieses Weltbildes hat der Shinto ein organisiertes Ritualsystem entwickelt, das die Harmonie mit den Kami zum Wohle Japans sicherstellt.

Aus dem Inhalt:

  • Die prähistorische Lebenswelt der Ainu-Jäger in Hokkaido
  • Die Kamui der Ainu
  • Das Lyomante des Bärenkultes
  • Inau, Geschenke für die Kamui
  • Yukar, Gesänge der Kamui-Götter
  • Die Kami des Shinto
  • Naturheiligtümer des Shinto
  • Die Kami im heutigen Japan
 

Rätselhafte Religionen der Vorzeit

Theiss Verlag, Stuttgart 2010, 208 S., ISBN 978-3-8062-2304, Preis: 26.95 €

Zu allen Zeiten und in allen Kulturen haben Menschen nach Erklärungen gesucht für die sichtbare und unsichtbare Welt, in der sie leben. Sie haben sich über den Ursprung des Seins Gedanken gemacht und versucht, den Tod und das Leben zu verstehen. Dieses Buch bietet einen einzigartigen Überblick über die rätselhaften religiösen Vorstellungen unserer Vorfahren.
Ina Mahlstedt hat jahrelang darüber geforscht, woran unsere Vorfahren glaubten, Felsbilder und Kultstätten in aller Welt besucht und miteinander verglichen, Mythenreste, archäologische Fakten und die Bauweise früher Kultstätten ausgewertet. In einem großen zeitlichen und geografischen Bogen – von Anatolien und Ägypten über Skandinavien bis nach Peru – stellt sie in diesem Band vier "vergessene Religionen" vor. Allen vier ist gemeinsam, dass nicht der Mensch im Mittelpunkt ihrer mythischen Welt steht, sondern die zyklische Kraft der Erde, aus der das Leben kommt. Sie bieten also Einblicke in völlig andere religiöse Muster, als wir sie heute kennen.

Aus dem Inhalt:

  • Die beseelte Welt archaischer Religionen - Einführung in die zyklischen Strukturen schriftloser Naturreligionen
  • Ein Heiligtum für Wasser und Erde - Zur religiösen Symbolik von Göbekli Tepe in Anatolien
  • Der sterbende und auferstehende Pharao - Zyklische Wiederkehr im prädynastischen Ägypten
  • Wasser und Eis – Kampf der Götter gegen die Riesen - Zu den religiösen Vorstellungen der nordisch-germanischen Mythologie
  • Die andine Kosmovision der Pachamama in Peru - Betrachtungen einer verdrängten Religion
Leseprobe
Die Leseprobe enthält Ausschnitte aus verschiedenen Kapiteln der Anthologie

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Pressestimmen

»Interessierte können hier spannende und vielfach neue Varianten zu Geschichte und Glaubenswelten der ersten Ackerbauern und ihrer Heiligtümer genießen. Fachleute dürfen sich auf eine Menge anregender Hypothesen freuen, die neue archäologische Erkenntnisse und kulturwissenschaftliche Klassiker originell verknüpfen.«
(Michael Blume in: epoc Heft 4/2010, S. 88)

»Es macht Spaß, Frau Mahlstedt bei der Entwicklung Ihrer Thesen zu begleiten.«
(Miroque)

»All jenen, die sich für Archäologie und Religion interessieren, kann dieser Band nur wärmstens empfohlen werden.«
(BN Bibliotheksnachrichten)

 

Die religiöse Welt der Jungsteinzeit

In der 1. Auflage erschienen in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) und als Parallelausgabe beim Theiss Verlag, Darmstadt/Stuttgart 2004, 160 S., zahlreiche Abb.

Jetzt lieferbar als Sonderausgabe der 1. Auflage bei der WBG, Preis: 44.90 € (34.90 € für WBG-Mitglieder)

Die Jungsteinzeit ist eine entscheidende Etappe in der Menschheitsgeschichte: Sie bildet die Schwelle zu den großen Hochkulturen. In dieser Zeit vollzieht sich der Übergang zur Sesshaftigkeit, ein derart einschneidender Schritt, dass er das geistig-religiöse Selbstverständnis des Menschen von Grund auf veränderte. Die Forscher sprechen sogar von der ›neolithischen Revolution‹. Dies gilt auch für die Religionsgeschichte.
In dieser reich bebilderten Arbeit stellt Ina Mahlstedt erstmals die grundlegenden Strukturen prähistorischer, zyklischer Religionen dar. Sie erläutert, wie Natur- und Vegetationszyklen den Erfahrungshorizont der Jäger und frühen Ackerbauern bestimmten und wie der „schöpferische Tod" zum prägenden Paradigma aller neolithischen Kulturen wurde: Die zyklische Ordnung spannt Leben und Tod in einen Kreislauf ewiger Wiederholung, aus dem die Erde immer wieder in neuer Fruchtbarkeit erwacht. Der Tod wird zum Schöpfer von Leben, das nach einem Durchgang durch das Nicht-Sein immer wiederkehrt. Die Zeit der Leblosigkeit wird zur Schöpfungszeit.

Aus dem Inhalt:

  • Zur Lebenssituation der altsteinzeitlichen Jäger und Sammler
  • Die neolithische Lebenswelt
  • Die religiöse Struktur der Jungsteinzeit
  • Die Ikonographie des Neolithikums
Leseprobe
Der Stein als Manifestation von Schöpfungskraft (S. 68-70)
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Pressestimmen


»Ina Mahlstedt bricht also mit dem wissenschaftlichen Dogma, nur aus den vorhandenen archäologischen Funden eine Vergangenheit zu rekonstruieren. Statt dessen geht sie, durchaus materialistisch, davon aus, dass Menschen ihre Geschichte selbst machen, aber eben unter den jeweils vorgefundenen Bedingungen. Und auf dieser Grundlage erklären sich diese Menschen ihre Welt. Wenn es dann gelingt, das vorhandene Fundmaterial mit diesem Erklärungsansatz abzugleichen, schreibt sie, dann hätten wir einen spannenden Forschungsansatz, um die geistige Welt der Jungsteinzeit zu begreifen. (...) Dieser Ansatz ist nicht willkürlich und lässt sich daher auch nicht für esoterische Gedankenspiele vereinnahmen.«
(Martin Kuckenburg, Radio Darmstadt vom 28.3.2005)

»Der Tod als schöpferische Kraft und seine Bedeutung für die Erhaltung und Weitergabe des Lebens steht nach wissenschaftlich fundierter Meinung der Autorin im Zentrum religiösen Denkens in der Epoche des Überganges vom nomadischen zum bäuerlichen Leben zwischen ca. 9000 und 3000 v.Chr.. Die geistige und organisatorische Revolution, die Notwendigkeit astronomischer Beobachtungen für die Zeitpunkte von Aussaat und Ernte prägen die religiösen Vorstellungen, von denen Mythen und bildliche Symbole zeugen als Grundlagen zur Erforschung „geistiger Überreste alter Kulturen". Die fachlich teils spezielle, jedoch klar gegliederte und anregende Darstellung (...) führt in eine gedanklich überraschend komplexe Welt.«
(Ekz-Informationsdienst, Oktober 2004)

 

Von der ewigen Wiederkehr des Lebens

Eine Einführung in die Religionen der Vorzeit

Erschienen in: Miroque Heft 4-1/2011, S. 34-36

Wollen wir prähistorische Kulturen, ihre rätselhaften Kultstätten und Schöpfungsmythen verstehen, dann müssen wir uns ihrer religiösen Andersartigkeit bewusst sein: Während die uns vertrauten monotheistischen Religionen einen göttlichen willen und eine allmächtige Schöpferkraft voraussetzen, fußen die alten Kosmovisionen auf der engen Beziehung des Menschen zur Natur und den unsichtbar in ihr wirkenden Kräften. Das Weltbild zyklischer Ordnung ist vom Rhythmus der Natur geprägt. Es kennt keine linear fortschreitende Zeit von Anfang und Ende, sondern folgt endlosen Wiederholungen von Vergehen und Neuschöpfung. Und obwohl fast jedes Volk seine eigenen mythischen Erklärungen für die geheimnisvollen Phänomene des Lebens gefunden hat, können wir doch grundlegende Strukturen ausmachen, die für die geistige und religiöse Vor-stellungswelt der Jäger-, Nomaden- und Bauerngesellschaften charakteristisch sind.
 

Das Leben im Tod

Erschienen in: Abenteuer Archäologie Heft 1/2007, S. 26-32.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem 12.000 Jahre alten Heiligtum auf dem Göbekli Tepe in Südost-Anatolien. Die mythischen Vorstellungen, die zu seiner Errichtung führten, sind ein erstaunliches Beispiel für die ungeheure magische Energie, die Menschen entfalteten, um die schöpferischen Kräfte der Erde zu erwecken.
Die Kultstätte steht zeitlich in der Übergangsphase von noch jagenden und sammelnden Lebensformen zu einer ersten bäuerlichen Teilmobilität. Ihre Platzierung als gewaltiger Berg von Erde auf einem markanten Kalkrücken lieferte den entscheidenden Hinweis, um seine religiöse Bedeutung zu entschlüsseln. Der Ort bezeugt eine aufwendige Mitwirkung an der saisonalen Fruchtbarkeit der Erde, die hier als ein lebendiges Wesen von der Kraft des Wassers belebt wurde. Es ist das bisher früheste Beispiel einer bäuerlichen Kosmovision und sie zeigt schon die typischen religiösen Elemente, die später im Vorderen Orient zur Herausbildung Macht orientierter, männlicher Himmelsgottheiten führen werden.

 

Schiffe der Fruchtbarkeit

Erschienen in: Antike Welt Heft 5/2006, S. 71-76

Die Felsbilder von Bohuslän in Südschweden führen über die germanische Mythologie der Edda in die Vorstellungen der von eisigen Wintern geprägten Lebenssituation der nordischen Völker. Ihre ersten landwirtschaftlichen Versuche begannen erst etwa 2000 v.Chr. Hier sind unzählige Schiff-Schlitten, beladen mit Lebenskeimen, in die Wasser-zungen der Felsrücken geritzt. Diese liegen nicht am Meer, sondern am Rande der Felder und sind daher als Symbolzeichen für das zyklische Werden und Vergehen der Vegetation zu lesen. Der nordische Mythenkomplex um den „steinernen Himmel“ hilft hier bei der Entschlüsselung der religiösen Ikonographie.
 

Über die Kraft mythischer Sprache

Erschienen in: STICHWORT - Themenheft "Sprache" (2003), S. 18-19.

Wir sind durch die Sprache und das mögliche abstrakte Denken die Schöpfer unserer eigenen Welt. Indem Menschen Fragen nach dem Ursprung des Lebens, nach seinem geheimnisvollen Rhythmus, nach dem Wesen und der Eigenart der ihn umgebenden Dinge, nach dem Phänomen des Todes aufwarfen, realisierten sie zunächst diese Gegebenheiten. Indem sie Antworten fanden, erklärten sie sich das Dasein und So-Sein der Welt, die sie umgab. Mit Beobachtungen und Erfahrungen, die die Grundlage ihrer Erklärungen darstellten, bildeten sich Menschen zu allen Zeiten die Welt nach dem Muster ihrer Vorstellungen. Sie reichten zurück bis zu den Schöpferahnen, von deren schöpferischem Wirken in Mythen berichtet wurde. Die Mythen enthalten die verbalen "Erklärungen" der Welt, sie stellen den "Wahrheitspool" aller schriftlosen Völker dar.